Einsatzübung in stillgelegtem Bahntunnel

Datum: 12. März 2016 
Alarmzeit: 07:30 Uhr 
Alarmierungsart: Funkmeldeempfänger 
Dauer: 4 Stunden 30 Minuten 
Art: Ausbildung  
Einsatzort: Heilbronn 
Mannschaftsstärke: 1/4/11=16 
Fahrzeuge: GKW 1 , MLW , MTW (THV)  


Einsatzbericht:

„Der Fokus liegt dieses Jahr verstärkt auf Einsatzübungen an den Samstagsdiensten“ – war der Tenor von Zugführer Manuel Weber an der diesjährigen Jahreshauptversammlung des THW Heilbronn. Am vergangenen Samstag wurde die erste Weiche für ein Übungsreiches Jahr 2016 gelegt.

Nachdem eigentlich in einem abbruchreifen Haus in der Heilbronner Innenstadt geübt werden sollte, dieses jedoch noch nicht für die Heilbronner Helfer zugänglich war, musste kurzfristig eine andere Location zum Üben gefunden werden. Nachdem bereits im vergangenen Jahr einige Übungsobjekte begutachtet wurden, konnte schnell der für die Öffentlichkeit frei gegebene, stillgelegte Lerchenberg Eisenbahntunnel als Ort der Wahl erkoren werden.

Da jedoch, nach dem kurzfristigen Ortswechsel, nicht viel Vorbereitungszeit blieb, musste mehr oder weniger Improvisiert werden. Das Hauptaugenmerk sollte ganz klar auf der Erkundung der Örtlichkeit sowie dem Retten von mehreren Verletzten liegen. Dass ein stillgelegter Bahntunnel erstmal keine offensichtlichen Gefahren mehr birgt, konnten die eingesetzten Helfer aller Gruppen – die gemeinsam als eine Bergungsgruppe agierten – sich fast denken. Die vorherrschende Dunkelheit wurde jedoch schnell zum Problem.
Unterstützt durch unsere Jugendgruppe konnten wir, neben zwei Puppen, auch zwei lebende Darsteller für die Übung gewinnen. Das Szenario stellte sich auf die Jugendlichen ein und sollte eine Gruppe Jugendlicher simulieren, welche in dem Tunnel spielten und durch eine Erderschütterung nicht mehr alleine aus dem Tunnel gelangen konnten. Neben der Bergung  der zwei tödlich verletzten Puppen, galt es die beiden Junghelfer mit ihren leichteren Verletzungen schnellstmöglich aus dem Tunnel zu retten. Nachdem die noch gehfähige Junghelferin mit einem Begleiter den Tunnel verlassen hatte, stürzte hinten Ihnen der Tunneleingang unüberwindbar ein.

Dies stellte die, zum Glück unverletzten, verbliebenen Helfer vor eine neue Herausforderung. Natürlich ist jedem bekannt, dass ein Tunnel meist mehr als einen Ausgang besitzt, doch war die andere Tunnelseite zu diesem Zeitpunkt noch nicht erkundet und die Rettung somit noch nicht zu 100% in trockenen Tüchern.

Nach mehreren Minuten, konnte man jedoch auch am anderen Tunnelausgang die ersten Lichtkegel der Taschenlampen sehen. 5 Tapfere Helfer kamen mit einem Verletzten in der Schleifkorbtrage zum Vorschein und konnten – zumindest durch zurufen von den anderen Helfern begrüßt werden. Denn eine Hürde gab es immer noch zu überbrücken. Ein ca. 10 Meter tiefer und sehr steiler Hang trennte die Ehrenamtlichen noch von der restlichen Gruppe. Doch auch dieses Problem wurde in vorzeigbarer Zusammenarbeit aller Beteiligten problemlos gemeistert. Nachdem dann noch die beiden leider Verstorbenen Puppen über den gleichen weg geborgen wurden, konnte diese Einsatzübung für alle erfolgreich abgeschlossen werden.

Im Anschluss gab es noch eine Abschlussbesprechung mit allen Beteiligten, sodass die Anmerkungen aller in die Vorbereitungen der nächsten Übungen mit einfließen können. Die Grundstimmung der Helfer zu dieser Übung war durch die Bank absolut positiv. Das bestärkt natürlich vor allem den Zugtrupp des Ortsverbandes, welcher bereits mit der Planung der nächsten Übung beschäftigt ist.

Print Friendly