Fachgruppe Führung und Kommunikation übt den Feldkabelbau

Datum: 27. September 2013 
Alarmzeit: 23:00 Uhr 


Einsatzbericht:

Nach einer kurzen Einweisung und Vorbesprechung am Samstagmorgen konnte ausgerückt und der Startpunkt Gaffenberg angefahren werden. Die Erkundung der Strecke erfolgte bereits bei einem vorhergehenden Dienst, dabei wurden der ungefähre Trassenverlauf und die Standorte der Straßenübergänge festgelegt. Somit konnte gleich mit der Verlegung des Feldkabels direkt vom Fernmeldekraftwagen (FmKW) geübt werden.

Das Feldkabel besteht aus zwei Adern. Es wird auf einer Feldkabeltrommel verwahrt. Eine Feldkabeltrommel umfasst in der Regel 800 m und wiegt rund 14 kg. Eine kunststoffumhüllte Ader besteht aus drei verzinkten Stahldrähten und vier verzinnten Kupferdrähten. Die Reichweite für Sprechverbindungen liegt unter günstigen Bedingungen bei bis zu 15 km im Tiefbau und bei bis zu 40 km im Hochbau.

Von Startpunkt aus wurde im Tiefbau verlegt. Der Tiefbau ist die schnellste Bauweise, da das Kabel lediglich auf dem Boden ausgelegt wird. Allerdings muss darauf geachtet werden, dass das Kabel so verlegt ist, dass keine Personen zu Schaden kommen.

Beim ersten Straßenübergang (Mindestdurchfahrtshöhe 4,5 Meter) war auch die erste Feldkabeltrommel verlegt und es musste eine Längenverbindung hergestellt werden.

Der Übergang wurde mittels Drahtgabeln und speziellen Abbünden zwischen zwei Bäumen hergestellt. Da im Wald Brennholz gemacht wurde, konnte der ursprünglich vorgesehene Trassenverlauf nicht weiter verfolgt werden, es musste eine Alternativstrecke gebaut werden. Dabei wurde der Straßenübergang mittels Baustangen hergestellt. Die letzte Kabeltrommel wurde dann direkt von der Rückentrage aus verlegt. Insgesamt wurden 3 Feldkabeltrommeln verbaut und drei Straßenübergänge im Hochbau ausgeführt.

Nachdem beide Kabelenden mit Blitzschutzeinrichtungen versehen und diese geerdet waren, wurde gegen 11 Uhr das erste Gespräch über den Feldfernsprecher geführt.

Aber auch das System AWITEL (= Albis Wired Telephone) kam zum Einsatz. Es ist eine digitale Feldtelefontechnik, die von Siemens für die Schweizer Armee entwickelt wurde und seit 1999 in Deutschland vom Technischen Hilfswerk (THW) verwendet wird. Im Vergleich zu der alten OB-Technik erfordert der Aufbau eines AWITEL-Netzes nur wenig Aufwand. Man bedient sich weiterhin des Feldkabels und des Feldkabelbaus. Bei der OB-Technik muss für jedes Endgerät eine eigene Leitung gelegt werden. Da das AWITEL-System ein digitales Bussystem ist, reicht eine Leitung, um 30 Endgeräte zu versorgen. Das Vermitteln einzelner Gespräche übernimmt das System selbst. Über eine Leitung lassen sich 7 Duplex-Gespräche führen. Die Feldkabelstrecke für ein AWITEL-Netz kann max. 12 km lang sein.

Nach einem Vesper wurde am Nachmittag die Feldkabelstrecke abgebaut. Gegen 15 Uhr standen die Fahrzeuge wieder einsatzbereit in der Unterkunft

Mag auch die Verlegung eines Feldkabel in unserem „Handyzeitalter“ etwas altmodisch anmuten, so mussten während des Hochwassereinsatzes im Juni 2013 in Meißen auch zwei Verbindungen mit Feldkabel gelegt werden um die Erreichbarkeit der Führungsstelle per Fax und Telefon sicherzustellen.

 

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Mannschaft: 2/1/3=6
Fahrzeug: FüKW, FmKW
Gerät: Awitel, Feldkabel
   

Bericht: THW OV Heilbronn – Horst Weidler

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