Fachzug Führung / Kommunikation erneut im Einsatz in Ahrweiler

Datum: 14. August 2021 
Alarmzeit: 12:00 Uhr 
Einsatzort: Ahrweiler, Rheinland-Pfalz 
Einsatzleiter: Thomas Schnaberich 
Mannschaftsstärke: 3/3/1=7 
Fahrzeuge: FmKW , FüKW , MLW  


Einsatzbericht:

Infolge des Starkregenereignisses am 14.07.2021 in NRW und Rheinland-Pfalz wurde das THW mit verschiedenen Einsatzaufgaben im Katastrophengebiet beauftragt. Die vorrangige Aufgabe bestand in der akuten Gefahrenabwehr, um die stark betroffenen Gemeinden und ihre Bewohner vor weiteren Schäden zu bewahren. In weiten Teilen des Ahrtales gab es keine funktionierende Trinkwasser-, Gas- und Elektroversorgung. Ebenso war vielerorts die Abwasserentsorgung zerstört. Viele Wohnungen wurden stark beschädigt und teilweise unbewohnbar, Verkehrswege und Brücken wurden unpassierbar.

Die Technische Einsatzleitung Rheinland-Pfalz ordnete das Schadensgebiet in einzelne Einsatzabschnitte, die jeweils von einer Führungsstelle mit Stab geführt wurden, um die Hilfsaktivitäten zu koordinieren. Der EA3 Ahrweiler wurde ab der ersten Woche von verschiedenen FK – Einheiten (Führung / Kommunikation) des THW geführt, die sich jeweils nach einer Woche ablösten und aus den Ortsverbänden Wangen, Stuttgart, München-Mitte, Mellrichstadt, Kirchheim und Detmold kamen.

Am Morgen des 14. August 2021 erhielt der Fachzug Führung/Kommunikation (FZ-FK) des OV Heilbronn einen erneuten Einsatzauftrag zur Personalablösung, dieses Mal in der Führungsstelle des Einsatzabschnittes 3 für Samstag, 14.08.2021 nachmittags. Wegen Personalknappheit wurden aus verschiedenen Ortsverbänden FK Angehörige zusammengeführt. Um 14:00 trafen sich die Helfer aus Stuttgart und Kirchheim mit den Heilbronnern in der Unterkunft Heilbronn und fuhren gemeinsam nach Ahrweiler. Die Wangener und den Zugtrupp aus Germersheim trafen wir vor ORT.

Am Abend wurden wir von unseren Vorgängern aus Detmold in die Lage eingewiesen, die wir ab Sonntagmorgen übernahmen. Zudem mussten wir die interne Struktur festlegen, da wir ja ein individuell zusammengestelltes Team waren. Der Einsatz begann täglich um 0745 mit einer Lagebesprechung und endete offiziell um 20:00, wobei es oft nach 23:00 wurde, bis alles erledigt war. Schon nach kurzer Zeit harmonierten wir im Team, wie wenn wir schon immer zusammengearbeitet hätten, es war eine sehr tolle Stimmung.

In Woche 5, in der wir uns befanden, wurden die akuten Gefahrenstellen weitgehend abgearbeitet, in der Stadt gab es noch ein paar kritische Stellen, wo die zerstörte Kanalisation durch Bypass Pumparbeiten in andere Kanalabschnitte umgeleitet werden musste. An einigen Stellen waren Verstopfungen durch Schlamm und Unrat freizumachen. An der Kläranlage war der Kanal unter der Ahr zerstört, deshalb wurde das Abwasser mittels 3 Pumpenbrücken in die Kläranlage geführt. Eine dringende Aufgabe war, die zerstörte Gaspipeline freizulegen, um die Sanierung auch im Hinblick auf den anstehenden Herbst und Winter kurzfristig angehen zu können. Gegen Ende der Woche konnte in weiten Teilen der Stadt die Trinkwasserversorgung wieder ans Netz gehen, ebenso wurden immer mehr Häuser ans Stromnetz zugeschaltet.

Nach Ablauf der Woche fuhren die meisten von uns wieder nach Hause. Eine Restmannschaft blieb bis Mittwoch, um den Einsatzabschnitt der Grundsicherung der Feuerwehr zu übergeben.

Dennoch ist das THW weiterhin in der Region sehr stark tätig, zwar nicht mehr im akuten Katastropheneinsatz, jedoch mit vielen Aufbauprojekten, die bereits parallel zu unserem Einsatz begonnen haben. So sind einige Brücken im Bau oder schon fertiggestellt, Schulgebäude werden entschlammt, und vieles mehr. Diese Projekte werden jedoch nicht mehr als Einsatz geführt, sondern werden über eine andere Behördenstruktur innerhalb des THW organisiert.