Fahrsicherheitstraining mit Privat- und Dienstfahrzeugen

Datum: 28. September 2012 
Alarmzeit: 23:00 Uhr 


Einsatzbericht:

Die meisten Unfälle von ehrenamtlichen Helfern von THW, Feuerwehr und Rettungsdienst geschehen statistisch gesehen auf dem Weg zum Magazin/ zur Unterkunft. Verwickelt sind darin neben den Helfern in ihren Privat-PKW zumeist unbeteiligte Dritte.

So kommt es immer öfter zu schweren Verkehrsunfällen weil Angehörige der Rettungs- und Hilfsdienste im Einsatzfall einerseits mit erhöhtem Tempo und Zeitdruck unterwegs sind und andere Verkehrsteilnehmer auf der anderen Seite dies meist nicht erkennen können und deshalb falsch reagieren.

In den durchgeführten Trainingseinheiten wurden auf dem Verkehrsübungsplatz Wartberg schwierige Situationen wie Bremsen und Ausweichen auf nasser Fahrbahn und Abfangen eines ausbrechenden Fahrzeuges unter fachkundiger Aufsicht geübt.

Dass Angehörige von Feuerwehr, etc. im Notfall berechtigt sind sich über die geltenden Vorschriften der StVO hinwegzusetzen wird in §35 (1) StVO festgestellt. Das OLG Stuttgart hat dies 2002 in einem viel beachteten Urteil (4 Ss 71/02) bestätigt obgleich eine Reihe der Grundlagen auf juristischen Interpretationen basieren, die im Einzelfall anderweitig ausgelegt werden könnten und zu einer Entscheidung zu Ungunsten des Helfers führen können. So muss die Gefahr durch die Eile tatsächlich abwendbar sein, was gerade im Falle des Technischen Hilfswerkes schwer zu belegen sein dürfte.
Dazu kommt, dass der §35 StVO keine erzwingende Auswirkung auf andere Verkehrsteilnehmer mit sich bringt, sondern lediglich für den einzelnen Helfer gilt, der somit auch die gesamte Verantwortung trägt.. Kommt es zu einem Unfall, so ist der In-Anspruch-Nehmende dennoch allein beweisbelastet, selbst wenn er objektiv keinerlei Schuld trägt.
Erschwerend kommt hinzu, dass ein Privat-PKW nicht in ausreichendem Maße kenntlich gemacht werden kann, was ebenfalls Gefahrpotenzial birgt.

Vor diesem Hintergrund zeigt sich umso mehr die Notwendigkeit einer Durchführung von Fahrsicherheitsschulungen. Für ehrenamtlichen Helfer des THW übernimmt die Unfallkasse des Bundes die Kosten für ein Fahrsicherheitstraining im 4-Jahres-Rhythmus. Teilnahmeberechtigt ist jeder Helfer mit entsprechender Fahrerlaubnis.

Die nächsten Termine befinden sich bereits in Planung, sodass im kommenden Jahr auch weiter aktiv für die Sicherheit im Einsatzfall ausgebildet werden kann. Ansprechpartner für Interessenten ist der Ausbildungsbeauftragte Thomas Schulz

 

Mannschaft: 1/6/13=20
Fahrzeug: PKW OV, Privatfahzeuge
Gerät:  
   

 

Bericht: THW OV Heilbronn – Jan Hasenfratz

 

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