Schneechaos auf den Autobahnen

Datum: 6. Dezember 2012 
Alarmzeit: 23:00 Uhr 


Einsatzbericht:

Der am Nachmittag einsetzende starke Schneefall führte schnell zu Gefährdungssituationen auf den Strecken, viele Autofahrer waren dem Schneetreiben hilflos ausgesetzt. Obwohl Räum- und Streudienste vorbereitet waren und unverzüglich die Arbeit aufnahmen, waren weite Teile der Autobahnen 6 und 81 kaum noch befahrbar.
Ein gegen 14:30 Uhr gemeldetes Pannenfahrzeug an der Abfahrt Mundelsheim stellte angesichts der schlechten Sicht ein erhebliches Risiko dar. Einsatzkräfte des THW Ortsverbandes Heilbronn, die wegen der Warnung des Wetterdienstes bereit standen, wurden von der Autobahnpolizei Weinsberg zur Unterstützung angefordert. Das Fahrzeug konnte schnell von der Fahrbahn entfernt und auf einen nahegelegenen Parkplatz geschleppt werden.
Nur wenig später, gegen 15:30 Uhr wurde ein Verkehrsunfall auf der Neckarbrücke der A6 in Fahrtrichtung Mannheim gemeldet. Mehrere Fahrzeuge waren auf der linken Spur kollidiert, eine Person wurde verletzt. Hinter der Unfallstelle staute sich der Verkehr auf mehreren Kilometern. Neben Polizei und Rettungsdienst war das THW Heilbronn mit 8 Einsatzkräften und zwei Fahrzeugen vor Ort.
Nach Räumung der Unfallstelle konnte der Verkehr wieder ungehindert fließen, der Stau löste sich jedoch nur langsam auf.
Gegen 18:00 Uhr dann noch eine ganze Reihe Glatteisunfälle auf der A6 für Chaos. Kurz hinter dem Autobahnkreuz Weinsberg war die Fahrbahn spiegelglatt. In Bereich der Überleitung von der A81 von Stuttgart kommend auf die A6 Richtung Nürnberg kam es zunächst im Bereich des Parkplatzes zu einem Auffahrunfall, bei dem ein PKW in einen LKW gerutscht war. Im davor entstandenen Stau krachte es dann noch zwei Mal. Bei diesen drei Vorfällen war dann erneut die Untersützung des Technischen Hilfswerkes vonnöten um die Unfallstellen abzusichern. Dabei waren die Straßenverhältnisse derart schwierig, dass alle Beteiligten einschließlich der Einsatzkräfte Mühe hatten, nicht auf der spiegelglatten Fahrbahn zu stürzen.
Nachdem die Straße schließlich gestreut war, beruhigte sich die allgemeine Lage wieder. Nach Abfließen des Berufs- und Wochenendverkehrs kam es nur noch vereinzelt zu Unfällen und Fahrzeugpannen. Die ehrenamtlichen Helfer des THW sehen sich in jedem Fall für den kommenden Winter gerüstet und werden auch in Zukunft für den Ernstfall bereitstehen.

Für die Einsatzfahrzeuge war es teilweise äußerst schwierig zu den Einsatzstellen vorzudringen. Viele LKW-Fahrer zeigten wenig Weitsicht und waren auch an engen Stellen ohne Standstreifen auf die mittlere Spur gefahren. So konnte die Rettungsgasse zwischen dem linken und mittlerem Fahrstreifen nur stark verzögert gebildet werden, was den Zugang für die Rettungsfahzeuge erheblich erschwerte.
Dieses Problem ist leider nicht neu, Rettungsorganisationen müssen in letzter Zeit immer häufiger mit Behinderungen auf dem Weg zu Einsatzstellen kämpfen. Die Ursachen liegen oft in den mangelhaften Sicherheitsabständen der Verkehrsteilnehmer. Viele Autofahrer schätzen den Platzbedarf der Großfahrzeuge von Feuerwehr, THW und Rettungsdiensten falsch ein, dies kann im Ernstfall wertvolle Minuten kosten.
Gerade LKW-Fahrer sollten vorrausschauend agieren und bei Stau nicht überholen, selbst wenn dies an der betreffenden Stelle erlaubt ist. Schließlich können auch sie irgendwann auf die Hilfe der Retter angewiesen sein.

 

Mannschaft: 0/2/6=8
Fahrzeug: MTW, GKW I         
Gerät:  
   

 

Bericht: THW OV Heilbronn – Jan Hasenfratz

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