Übung – Betrieb eines Sandsackabfüllplatzes

Datum: 16. Februar 2019 
Alarmzeit: 06:30 Uhr 
Art: Übung  
Fahrzeuge: GKW 1 , FüKW , Kipper , LKW Ladekran mit Polypgreifer , MTW (THV) , MTW (Zugtrupp) , MzKW , Radlader  
Weitere Kräfte: AB Aufenthalt FW HN , AB Sandsack/Energie FW HN , Gabelstapler FW HN , Sandsäcke , Teleskoplader FW HN , WLF FW HN  


Einsatzbericht:

Feste soll man feiern, wie sie fallen – diese alte Weisheit gilt im übertragenen Sinne auch für Übungen! Schon seit geraumer Zeit laufen im Ortsverband Heilbronn Überlegungen, Maßnahmen bei Hochwasser mal wieder zum Ausbildungsschwerpunkt zu machen. Als dann von der Bundesgartenschau Heilbronn 2019 GmbH (BUGA 2019 GmbH), die Veranstalter der Bundesgartenschau in Heilbronn, die Anfrage nach 12.000 gefüllten Sandsäcken kam, wurden Nägel mit Köpfen gemacht und eine Übung zum Betrieb eines Sandsackfüllplatzes angelegt.

Bei der Menge an Sandsäcken war auch recht schnell klar, dass die Übung weder personell, noch materiell vom THW Heilbronn alleine bewältigt werden kann. Aufgrund von gemeinsamen Übungen in den letzten Jahren waren aber die Kontakte und Wege zur Feuerwehr Heilbronn sehr kurz und ganz unkompliziert einigte man sich darauf, die Sache gemeinsam anzugehen. Ganz entscheidend für die Bewältigung des Auftrags sind neben den Frauen und Männer der Feuerwehr nämlich auch deren Maschinen. Der Abrollbehälter Sandsack/Energie birgt eine Maschine, bei der sehr schnell und effizient Sand in Sandsäcke befördert werden können.
Bei einem ersten Planungstermin trafen sich so Führungskräfte von Feuerwehr und THW mit der Beauftragten der BUGA Heilbronn 2019 GmbH sowie Herrn Bräg, der als Bildhauer aus den vielen Sandsäcken Kunstwerke gestalten wird. Aufgrund der hier gemeinsam festgelegten Rahmenbedingungen wurde dann die konkrete Umsetzung der Übung geplant, wobei als Übungsziel das Abfüllen, Verpacken und der Transport von 12.000 Sandsäcken an einem einzigen Tag formuliert wurde.

Ebenso schnell und unkomplizierte löste sich ein weiteres Hindernis für die Aktion: Die Logistik. Für 12.000 Sandsäcke sind rechnerisch ca. 150 Tonnen Sand notwendig und da fand sich mit der Firma Krieger aus Heilbronn ein Partner, der nicht nur über ausreichend Sand, sondern auch über die Flächen und Logistik in unmittelbarer Nähe des Geländes der Bundesgartenschau verfügt. Schnell war der Kontakt hergestellt und wir bekamen unkompliziert Zugang zum Gelände für die Übung und sogar Zugriff auf einige Baumaschinen der Firma.

Nachdem diese Grundelemente der Planung standen, gestaltete sich der Rest vergleichsweise einfach. Es wurde ein gemeinsamer Termin festgelegt, Helfer wurden angeworben für die Aktion und das notwendige Material eingeplant. An diesem Punkt kamen noch die Kameraden vom Deutschen Roten Kreuz aus Heilbronn und Nordheim mit an Bord: Bei einem geplanten Personalansatz von 75 Helfern für ca. 10 Stunden übernahmen diese die Verpflegung für die Übung, was unsere Küchenmannschaft vom THW ordentlich entlastete.

Nach einem noch recht kalten und ungemütlichen Aufbau an einem frühen Samstagmorgen im Februar startete dann die Übung um acht Uhr durch. Zunächst waren die Kameraden der Feuerwehr an der Sandsackmaschine tätig, um die Sandsäcke abzufüllen, während die Kameraden vom THW die vollen Sandsäcke mit Draht verschlossen und nach einem Plan auf die Paletten stapelten. Diese wurden dann mit Folie umwickelt und vom Stapler der Feuerwehr auf die drei Transportfahrzeuge verladen. Eingesetzt wurden der LKW Kipper der Fachgruppe Räumen und der LKW mit Ladekran der Fachgruppe Wassergefahren vom THW Heilbronn, sowie ein WLF mit Pritsche der Feuerwehr Heilbronn. Geleitet wurde die Aktion von einem gemischten Team aus je zwei Zug- und Gruppenführern von der Feuerwehr und dem THW.

Für die Verpflegung wurden die Helferinnen und Helfer immer schichtweise ausgelöst, so dass ein ständiger Betrieb an der Maschine möglich war. Weiterhin wurde auf die ständige Optimierung der Abläufe geachtet und auch regelmäßig das Personal an den einzelnen Stationen durchgetauscht, damit keine einseitigen körperlichen Belastungen auftreten. Die Stimmung war hervorragend, was ein Stück weit auch dem hervorragenden Wetter geschuldet war, aber auch der sehr guten Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten. Nach und nach mischten sich die Mannschaften durch und am Ende waren überall Feuerwehrleute und THW’ler Hand in Hand tätig.

Um 16:30 Uhr wurde dann tatsächlich die letzte Palette mit Sandsäcken am Bestimmungsort abgeliefert und die Einsatzleitung konnte nach einer Abschlussbesprechung den Rückbau einleiten. Damit die Übung auch nachhaltig Erfolg bringt, wurden bei der Einsatzleitung Aufzeichnungen über die abgefüllten Mengen und Zeiten geführt, so dass die Aktion im Nachhinein auch ausgewertet werden kann, um die Erfahrungen auch für spätere Einsätze zu dokumentieren.

Das THW Heilbronn bedankt sich ganz besonders bei der Feuerwehr Heilbronn, dem DRK Heilbronn und Nordheim für die hervorragende Zusammenarbeit, der Bundesgartenschau Heilbronn 2019 GmbH und der Firma Krieger gilt unser Dank für das großzügige Entgegenkommen und die reibungslose Kooperation.

Bericht der Heilbronner Stimme: 12.00 weiße Sandsäcke für ein Kunstprojekt