verlagerte Standortausbildung

Datum: 24. Februar 2017 
Alarmzeit: 12:00 Uhr 
Dauer: 48 Stunden 
Einsatzort: Mosbach 
Fahrzeuge: GKW 1 , LKW Ladekran mit Polypgreifer , MLW , MTW (THV) , MTW (Zugtrupp) , MzKW , Sonder BRmG (Unimog)  


Einsatzbericht:

Am letzten Februar Wochenende fand der Ersatztermin für die verlagerte Standortausbildung des Ortsverbandes Heilbronn aus dem Jahr 2016 statt. Nachdem dieseim vergangenen November wegen Terminkollissionen abgesagt werden musste, zog es die Ehrenamtlichen dieses Mal nach Mosbach-Neckarzimmern. Auf dem Gelände der alten Neckartalkaserne betreibt der Bundesverband Rettungshunde e.V. seit 2015 das Trainings Center Retten und Helfen (TCRH). Mit einer Gesamtübungsfläche von 270.000 m² bietet das Gelände den perfekten Rahmen für alle möglichen Arten von Bergungs- und Rettungsübungen.

Nachdem die Helfer bereits Freitagabends anreisten, konnte nach einer erholsamen Nacht in den extra für die Übernachtungen von bis zu 150 Leuten vorbereiteten Unterkunftsgebäuden, Samstagmorgens direkt nach dem Frühstück mit der ersten Übung begonnen werden. Es galt 3 Personen nach einer Gasexplosion aus einem Gebäude zu retten. Die Personen waren über 3 Stockwerke, vom Untergeschoss bis in den 1. Stock, verteilt. Die Person im Keller befand sich hinter einer verschlossenen Holztür die sich nicht ohne Werkzeug öffnen ließ. Hier wurde nach kurzer Absprache mit der verletzten Person im inneren, ein Zugang mit der Feuerwehraxt geschaffen und somit in Minutenschnelle eine Rettungsöffnung geschaffen werden. Die Person im EG des Hauses konnte relativ schnell und Problemlos gerettet werden – jedoch sollte sich die Rettung der letzten Person im OG des Gebäudes als sehr beschwerlich herausstellen. Kurz nachdem ein Trupp von ca. 4 Mann das 1. OG über die Haupttreppe des Hauses betrat, brach diese zusammen und erlaubte kein Zurück mehr (natürlich nur in diesem gespielten Szenario).
Es galt von nun an alles an Material und Personal über Leitern oder andere Hilfsmittel nach oben und wieder auf festen Boden zu transportieren. Die verletzte Person wurde über einen Leiterhebel über ein Vordach abtransportiert. Da im Anschluss jedoch genug Zeit übrig war, entschied man sich einen Deckendurchbruch zu versuchen. Nun lagen 18cm Stahlbeton vor den Helfern die in einem mindestens 70x70cm großen Loch durchbohrt und weggestemmt werden sollten. Die alten Kasernengebäude erwiesen sich hier jedoch als sehr viel störrischer als zuvor gedacht. „Mit unserer Betonkettensäge wären wir da in Null-Komma-Nichts durch“ – beurteilte Kraftfahrer der 1. Bergungsgruppe Thomas Leinbohm die Situation. Deshalb entschloss man sich nach ca. 2 Stunden das Vorhaben abzubrechen, nachdem gerade eine Bohrung durch die Decke hindurch gelungen ist und ansonsten nur der Estrich abgearbeitet war.

Im Anschluss stärkten sich alle Helfer bei einem leckeren Schweinebraten mit Spätzle, den unser OV-Koch Andreas Müller köstlich zubereitete.

Am Nachmittag galt es nun zuerst das Übungsgelände um ein weiteres Übungsobjekt zu erweitern. Dem BRH stehen auf dem ehemaligen Kasernengelände mehrere ausrangierte Stadtbusse zur Verfügung – einer davon soll als neues Rettungsobjekt dienen und dafür auf die Seite gelegt werden. „Normalerweise richten wir Fahrzeuge oder Zugwagons wieder auf, heute üben wir das einfach umgekehrt – die Vorgehensweise ist fast dieselbe“ – informierte Andreas Grauli Stellv. Ortsbeauftragter die anwesenden Helfer. Durch Stückweises anheben mit den Büffelwinden und den Hebekissen, sowie sofortigem Unterbauen mit Paletten wurde der Bus bis auf 45° Neigung angehoben.

Da ein Stadtbus jedoch einen sehr tiefliegenden Schwerpunkt besitzt und deshalb vermutlich noch mehrere Stunden weiter immer wieder angehoben und unterbaut werden müsste, entschied man sich für den Einsatz der Winde des Gerätekraftwagens 1 der 1. Bergungsgruppe. Diese wurde an den beiden Achsen des Busses befestigt und dieser im Anschluss kontrolliert um die restlichen 45° auf die Seite gelegt.

Am Nachmittag hatte sich Zugführer Manuel Weber und sein Zugtruppführer Daniel Binus noch eine Rettungs- und Bergungsübung in einem der großen, ausrangierten Unterkunftsgebäude überlegt. Auch hier waren wieder 3 Personen in den weitläufigen Gängen versteckt die es zu retten bzw. bergen galt. Bis in die späten Abendstunden wurde hier noch geübt, unter anderem musste im Keller ein Treppenabgang der sich mit Wasser gefüllt hatte geleert werden, da darin eine ertrunkene Person vermutet wurde. Da es sich bei diesem Keller um einen Schutzbunker handelte, war die dort herrschende Dunkelheit ein zusätzlicher Faktor der beachtet werden musste.

Am Abend waren alle erschöpft jedoch mit dem bewältigten mehr als Zufrieden und auch über die neu erlernten Praktiken reicher.  Wir bedanken uns ausdrücklich beim TCRH sowie dem BRH für die Möglichkeit auf dem Gelände so ausgiebig zu üben und werden gerne wieder kommen – wenn es die Chance dazu gibt.

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